der Marktplatz in Barth

Die Sage von Vineta

Ob hier vieleicht das sagenhafte Vineta war?

Der Sage nach ist Vineta bei einem Sturmhochwasser untergegangen. Grund sei der moralische Verfall der Stadt, der "Hochmut und die Verschwendung der Bewohner" gewesen. Dabei gab es eine Warnung: Drei Monate, drei Wochen und drei Tage vor dem Untergang der Stadt erschien sie über dem Meer mit allen Häusern, Türmen und Mauern als farbiges Lichtgebilde. Die Ältesten rieten allen Leuten daraufhin, die Stadt zu verlassen, denn sehe man Städte, Schiffe oder Menschen doppelt, so bedeute das immer den Untergang. Doch die Bewohner Vinetas kümmerten sich in ihrem Mangel an Demut nicht darum. Niemand beachtete auch die allerletzte Warnung: Einige Wochen später tauchte eine Wasserfrau dicht vor der Stadt aus dem Meer und rief dreimal mit hoher, schauerlicher Stimme:

"Vineta, Vineta, du rieke Stadt, Vineta sall untergahn, wieldeß se het väl Böses dahn"

"Vineta, Vineta, du reiche Stadt, Vineta soll untergehn, weil sie viel Böses getan hat."

Noch heute sollen Glocken aus den Tiefen des Meeres zu hören sein.

Die Lage von Vineta ist umstritten. Nach einer neueren These lag Vineta bei Barth. Hiernach ist die Peene früher nicht ins Stettiner Haff geflossen. Ein Mündungsarm der Oder soll vielmehr über Anklam und Demmin nach Barth geflossen sein. Dieser heute nicht mehr existierende Mündungsarm könnte von der unteren Oder über das Welsebruch, die Niederung der Uecker und der Randow, die Friedländer Große Wiese, durch das Tal des Großen Landgrabens und der Tollense, an Friedland und Demmin vorbei (Demmin war Hansestadt, könnte also neben der Peene an einem weiteren schiffbaren Fluss gelegen haben), durch die Niederung des Trebelkanals und der Recknitz geflossen sein. Eine grobe Betrachtung der Höhenverhältnisse stützt diese Hypothese, nach der sich jetzt Barth als "Vinetastadt" ansieht. Allerdings konnten noch keinerlei archäologische Nachweise erbracht werden. Auch die als Beleg herangeführten chronikalischen Nachrichten des 16. und 17. Jahrhunderts können nicht unbedingt als authentisch angesehen werden.

Somit ist die Frage, ob es Vineta überhaupt gegeben und wenn ja, wo es gelegen hat, weiter offen und lässt Raum für künftige Untersuchungen und Hypothesen.

Quelle Wikipedia